Es geht hier um die neue Version von Reeder für das iPad (4 Euro, Version 1.0, 21.6.2010)
Erst mal war ich mit Newsrack eigentlich zufrieden - es war ohne erneute Zahlung und sehr zeitig einfach da und funktional keine Wünsche offen. Dann schwärmt alle Welt von der einzig wahren Google Reader App auf dem iPad. Also gekauft - Neugierde gewinnt, und ich will ja auch dazu gehören 
Erster Eindruck: sehr eigenwilliges UI, gewöhnungsbedürftig, aber optisch schick und offenbar viele Features versteckt hinter Gesten und feinen, kleinen, fast unsichtbaren Icons. Gibt manchen Usern vielleicht ein gutes Gefühl, wenn man seine App nur selbst problemlos bedienen kann (”geeky” eben). Ich finde das nicht schlimm, mag auch überladene UIs nicht, aber unter den Vorteilen möchte ich diesen Umstand zunächst nicht einordnen.
Ebenfalls sofort sichtbar ist die hohe Geschwindigkeit, mit der Reeder die erste Füllung an Feeds einsaugt. Sehr nett.
Ok, dann lesen wir mal. Fange mal mit was Leichtem an, dem Daily Strip von Dilbert. Leider ist der Comic sowohl im Hochformat als auch im Querformat zu klein, um gut auszusehen. Aber wir können ja “pinchen” um etwas einzuzoomen … Pustekuchen, kein Zoom in der Artikelanzeige. Mal kurz zu Newsrack gewechselt, dort geht das.
Dann die Darstellung der Feeds und Ordner als Stacks. Ist das praktisch? Sieht nett aus, aber wird da nicht viel Platz verschwendet?
Ehrlich gesagt komme ich mit der klassischen Darstellung, wie man sie aus Mail oder Newsrack und vielen anderen Programmen kennt, sehr gut klar. Ok, sicher gewöhne ich mich dran.
Mit Sternchen kennzeichnen oder als gelesen markieren / löschen kann man offenbar mit einer Wischgeste in der Artikelliste. Das findet man schnell -und aus Versehen- heraus, wenn man beim Scrollen nicht ganz akkurat senkrecht schiebt. Aber der Vorteil ist natürlich, dass man das tun kann, ohne den Artikel zu laden.
Beim artikelweise Blättern in der Vollansicht vermisse ich die Anzeige, wie viele Artikel nach oben bzw. unten noch ungelesen auf mich warten (z.B. als kleine Zahl auf den Blätterpfeilen, wie z.B. bei Newsrack).
Aber ich lasse mich vom ersten Eindruck nicht entmutigen und bleibe mal am Ball. Schließlich habe ich 4 Euro abgedrückt. Und die Welt findet die App überwältigend. Sicher finde ich noch irgendwie heraus, was der beiden Icons “Kreis” und “3 Striche” in der Seitenleiste bedeuten (wo eigentlich?). Dafür habe ich Funktionen, wie “nur ungelesene Artikel anzeigen” noch nicht entdeckt - vielleicht matcht das ja irgendwie.
Offline kann Reeder nicht, das war Byline, oder? Jedenfalls schön, dass ich auf dem iPad ein zweites Mal mich durch die wichtigsten RSS-Reader hindurch-kaufen darf - nur mit Feed-Lesen wäre die Welt ja langweilig.